Urlaubstagebuch 2007

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Über unseren Gardasee Urlaub 2007 hat Markus ein super schönes und großes Urlaubstagebuch mit all unseren Erlebnissen, Touren und Pannen geschrieben.

Hier könnt Ihr darin schmökern und erfahren was wir alles erlebt haben:

Samstag 30. Juni 2007 – Die Anreise

Start 5:00 Uhr: Nach einer ziemlich reibungs- und ereignislosen Fahrt mit einer Frühstückspause an einem sonnigen Platz an der Brenner-Landstraße in Österreich zwischen einer Kapelle und einem Misthaufen kamen wir um ca. 11.30 Uhr in der sehr schönen Ferienanlage „Residence Filanda“ an. Diese liegt ca. 20 min Fußweg vom Ortskern in Riva del Garda entfernt am Fuße des Monte Brione.

Als dann um kurz nach 12 Uhr die Wohnung im ersten Stock bezogen werden konnte, ging es zuerst einmal ans Auspacken, Einräumen und Begutachten.

Dann starteten wir zu unserer ersten Fahrradtour. „Monte Brione“, mit 260 Höhenmeter und 10 Kilometer Gesamtstrecke inkl. Anfahrt und Abfahrt gilt in Bikerkreisen als Anfängertour. Am Einstieg hieß es im Allgemeinen, dass man sich absolut nicht verfahren kann… nun, es sollte sich herausstellen, dass dies ein Irrtum ist! Nach einem schönen Aufstieg mit vielen Kehren, und einer schönen asphaltierten Strecke durch Olivenhaine musste kurz vor dem Erreichen des höchsten Punktes eine Abzweigung auf einen Schotterweg genommen werden.

Diese wurde aber von Markus, der vorausfuhr, übersehen und so fuhr dieser geradeaus weiter. Als der Weg, den er eingeschlagen hatte, plötzlich endete, stand er da und wusste nicht weiter. Nach einer ca. 20 minütigen Suche, entweder den richtigen Weg, bzw. die anderen Mitfahrer wiederzufinden, fand er die Abzweigung und machte sich ziemlich angefressen auf den restlichen Aufstieg. Oben angekommen (alle anderen waren natürlich schon längst dort), ruhten sich alle ein wenig aus und genossen den schönen Ausblick, der sich dort bot. Die Abfahrt verlief problemlos und wir beschlossen, uns am Abend mit einem Essen bei „la Mama“ für die erste Anstrengung zu belohnen.

Nach dem Relaxen am doch sehr „erfrischenden“ Pool begaben wir uns dorthin und bestellten mit Händen und Füßen (der Kellner konnte weder Deutsch noch Englisch) unser Essen: 3 Fischgerichte und eine Grillplatte mit Fleisch, da Markus eigentlich keinen Fisch mag. Doch der Kellner hatte so seine Schwierigkeiten und brachte uns schließlich 4 Fischgerichte! Notgedrungen musste dann Markus doch den Fisch essen, der aber, wie er selber zugeben musste, gut war!

Mit einem großen Spaziergang zum See und durch die Gassen von Riva beendeten wir den ersten Urlaubstag.

Sonntag 01. Juli 2007 – Alternativrouten 🙂

Den zweiten Tag begannen wir mit frischen Semmeln, Parmaschinken, Cappuccino & O-Saft zum Frühstück.

Danach stand die Tour „Castel Drena“ auf dem Programm. 495 Höhenmeter, 19,6 Kilometer und 1:40 Std. standen im Moser. Am Anfang lief alles gut; wir hatten nach kleineren Schwierigkeiten den Einstieg dann recht schnell gefunden und dann gings bergauf. Mit einer ungefähren Durchschnittssteigung von 10-12% (manchmal warens auch 15%) schlichen wir dem höchsten Punkt entgegen, entlang eines Kletterfelsens, bis wir an eine verhängnisvolle Kreuzung kamen. Dort war ein Wegweiser, der nach links auf Braila und nach rechts auf Troiana verwies.

In der Wegbeschreibung im Moser stand dazu, man sollte links abbiegen aber der Hauptweg führe über Troiana. Nach längerem hin und her was das jetzt bedeuten solle, entschieden wir, auf dem Hauptweg zu bleiben und über Troiana zu fahren. Die einzige die sich beschwerte war die Elke und sie sollte wohl recht behalten. Denn ohne es da zu wissen (es sollte uns kurz darauf sehr klar werden), waren wir auf die vom Moser als schwer beschriebene Alternativtour „Carobbi und Braila“ abgebogen, die mit zusätzlichen gut 230 Höhenmeter noch einmal sehr anstrengend wurde.

Somit stieg auch der Weg immer weiter an, bis wir schießlich nach längerem Kampf, mehreren Pausen und einem kleinen Sturz seitens der Elke (sie war immer noch stinksauer auf den Rest, war mit den Gedanken nicht beim Fahrradfahren und ist dann nicht aus den Klickpedalen gekommen), bei dem aber nicht viel passiert ist, an einer Schotterpiste ankamen. Diese hatte dann Spitzensteigungen von 21% an der prallen Sonne. Dann endlich war der höchste Punkt unter großer Anstrengung erreicht. Wir befanden uns nun auf 751 Meter über Null und mussten erst einmal eine längere Pause einlegen um uns zu erholen.

Nachdem der Manni beim Hochfahren zu wenig getrunken hatte und stellenweise 2 Fahrräder schieben musste, bekam er kurz vor der Abfahrt noch in beiden Füßen einen Krampf, was wohl nicht sehr angenehm war. Die anschließende Abfahrt bis zum Castel Drena, bei der wir dann auf halber Strecke im Runter unsere ursprüngliche Route wiedergefunden hatten, war landschaftlich wunderschön und wir hielten des öfteren an, um die Aussicht zu genießen und einige Erinnerungsfotos zu schießen (wir entdeckten unter anderem einen Trampelpfad mit Kunstwerken aus alten Autoteilen).

Am Castel angekommen tankten wir dann noch mal Kraft für das letzte Stück zurück nach Arco. Dieser Weg führte uns über eine super Serpentinenstraße bergab mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 60 km/h. Danach ging er mitten durch riesige Weinplantagen weiter bis nach Arco. Und wie schon vor dem Urlaub versprochen war die Elke die erste, die an der Eisdiele ankam. Dort gabs dann ein klasse Eis zur Belohnung und anschließend fuhren wir das letzte Stück zurück bis zur Ferienwohnung.

Ziemlich kaputt dort angekommen, warfen wir einen Blick auf unsere Tachos. Dort stand dann, dass wir schlussendlich 780 Höhenmeter, 34 Kilometer und mit Pausen ungefähr 6 Stunden Weg zurückgelegt hatten. Somit konnten wir uns schon am zweiten Tag über unsere ersten 1000 Höhenmeter freuen.

Nachdem wir uns am Pool ausgeruht und relaxt hatten, zauberten uns der Matthias und die Elke, die sich gleich noch beim Zwiebelschälen in den Finger schnitt, ein super Abendessen, bestehend aus 1kg (!!!) Spaghetti mit frischer Pesto & Thunfischsoße. Dazu gabs Parmesan (von Markus und Manni mit dem Messer gerieben) und eine Flasche (1,5 Liter!) Lambrusco.

Nach diesem sehr guten, aber doch sehr üppigen Mahl beendeten wir den Abend mit einer Partie Tischtennis und fielen dann alle ziemlich erschöpft ins Bett.

Montag 02. Juli 2007 – Ruhepause

Nachdem es in der Nacht ein ziemlich heftiges Gewitter mit ziemlich viel Regen gegeben hatte, beschlossen wir, nicht Fahrrad zu fahren und statt dessen eine Sightseeing-Tour machen.

Nach dem Frühstück gings dann mit dem Auto nach Malcesine, einem schönen Ort am Ostufer des Gardasees. Dort bummelten wir dann durch schöne kleine Gassen mit vielen kleinen Läden rund um ein Castel, dass auf einem Hügel erbaut wurde. An dem ganzen Tag wurden mit 4 Kameras weit über 100 Fotos geschossen…

Anschließend ging die Fahrt weiter immer am Ufer entlang in Richtung Torri del Benaco, das so ungefähr auf halber Strecke zwischen Torbole ganz im Norden und Sirmione ganz im Süden liegt. In Torri schlenderten wir dann über den Markt und durch die Altstadt, bis sich bei jedem der kleine Hunger meldete.

Nachdem wir dann jede Gasse ca. 2-3x abgelaufen sind auf der Suche nach etwas essbarem, landeten wir schließlich in einer kleinen Pizzeria direkt am See. Dort gab es dann leckere Pizzen und auch Pasta und wir konnten uns gestärkt wieder auf den Rückweg machen.

Nach einem Zwischenstopp in Arco beim Poli, einem großen Supermarkt, wo wir immer einkauften, fuhren wir wieder zurück zu unserer Ferienwohnung. Hier hatte dann keiner so recht Lust, irgend etwas zu unternehmen, und so hing jeder ein wenig in der Luft. Ein zweiter ziemlich heftiger Regenschauer zerstörte dann auch noch jede Hoffnung auf eine kleine Fahrradtour, und so hat jeder entweder geschlafen oder auch mal schnell ein halbes Buch gelesen.

Als dann alle einigermaßen ausgeschlafen hatten und wieder unternehmungslustig ware, kam die Frage, was nun? Fürs Fahrrad wars zu nass und es hatte keiner Lust, zum Essen wars zu früh weil keiner Hunger hatte, für den Pool wars zu kalt und zu nass….!! Schlussendlich zogen dann der Manni und Markus los um unsere Möglichkeiten abzuschätzen.

Dann stand unser Konzept fest. Zuerst wurde ein Kickerturnier abgehalten, das sehr lustig war und versöhnlich 3:3 für beide Teams (Manni & Markus, Elke & Matthias) endete. Anschließend kam die Revanche vom Vortag im Tischtennis. Allerdings diesmal unter erschwerten Bedingungen: Auf der einen Seite stand man stellenweise 3cm im Wasser und auf der anderen Seite wars zwar trocken, dafür blendete die Sonne auf der noch teilweise feuchten Platte, dass man den Ball gar nicht mehr sah. Trotzdem beschlossen wir, diesen Abend auf jeden Fall zu wiederholen, da es sehr sehr lustig war.

Dann wurde es Zeit fürs Essen. Wir hatten alles für eine typisch italienische Vesper eingekauft und ließen es uns so richtig schmecken. Nach zwei anschließenden Runden Skip-Bo beschlossen wir unsere Digikams auf Nachtfähigkeit zu testen, und gingen schließlich um 11 nochmal zum Pool runter. Dort war es inzwischen richtig angenehm kühl und wir genossen die frische Luft und den sehr schön beleuchteten Pool, der durch ca. 100 Blitzlichter (eine nicht zu verachtende Zahl kam von der Elke, die vor jedes Foto ungefähr 10 Blitze vorausschickt) in seiner Nachtruhe gestört wurde. Schließlich gingen wir dann um kurz nach Mitternacht ins Bett.

Dienstag 03. Juli 2007 – Sch…. ist das steil!

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der schönsten Tour am Gardasee. Von Riva aus startend zum kleinen Dorf Pregasina (ca. 450-500m ü. NN) und von da aus weiter zur Aussichtsplattform „Bocca Larici“ auf genau 907m über Null. Zuerst einmal die Fakten, die hinterher auf dem Tacho standen (inklusive einem anschließenden Trip zur Eisdiele am Cascata Varone, der so ca. 100hm ausmachte): 35km Strecke, 940hm, Spitzensteigung 24% und eine durchschnittliche Steigung zw. 7-9%! Man sieht, wir hatten einiges vor.

Bis zum Dorf Pregasina führt eine alte einspurige Militärstraße, die eigens zu einer Bikerstrecke mit Schotterwegen und alten Tunneln umgebaut wurde. Die Aussicht über dem See wurde mit jeder Kehre bzw. Einbuchtung besser, bis wir schließlich an dem Gasthaus in Pregasina ankamen und uns dort mit einem Getränk für die restliche Tour stärkten. Dann gings los! Gleich nach dem Ort, den man an einer Kapelle verlässt, wurde der Weg schlechter, da mehr Kies auf der Strecke lag und die Steigung zog auch nocheinmal deutlich an.

Wann immer auf unserem Weg Betonplatten auftauchten, bedeutete dies nichts Gutes. Dann nämlich wurde die Strecke zu steil für einen Schotterweg, was bei so ca. 18-24% endete. Nach dem diese zwei Passagen geschafft waren (wobei die erste eine relativ kurze, dafür die zweite umso länger war), konnte man sich keineswegs auf Erholung freuen. Weiter gings die letzten 200hm auf teilweise schlechtem Schotter bei Steigungen zwischen 11 und 16%! Doch als wir nach mehereren Verschnaufpausen schließlich oben ankamen (Matthias und Markus sind alles gefahren, Elke und Manni haben lediglich die steilsten Passagen geschoben), stellte sich ein ziemlich gutes Glücksgefühl ein, es endlich geschafft zu haben!!

Nach einem kurzen Fußmarsch standen wir dann endlich auf dem Aussichtspunkt, von dem man ¾ des ganzen Gardasees überblicken konnte. Nach unzähligen Fotos und einer Stärkung in Form eines Apfels bzw. einer Banane machten wir uns schließlich wieder an die Abfahrt.

Diese gestaltete sich im oberen steilen Teil als ziemlich anspruchsvoll, da immer wieder Löcher bzw. kleinere Stufen in der Wegstrecke auftauchten. Matthias und Markus wollten eigentlich auf halbem Weg zum Dorf einen einfachen Trail in einem ausgetrocknetem Bachbett fahren. Da es aber am Vortag geregnet hatte, war dieser so schmierig und rutschig, dass wir schon bald wieder auf die Hauptstrecke wechselten.

Kurz nach dem Dorf Pregasina dann, als es von der Straße wieder auf die Fahrradstrecke zurückging, hielt Markus an, um auf die anderen zu warten, und vergaß dabei, mit dem richtigen Fuß aus den Klickpedalen rauszugehen. Statt dessen klickte er den rechten Fuß aus und fiel wie ein nasser Sack auf die linke Seite. Passiert ist aber nichts außer dem Gelächter der anderen. Die nachfolgende Abfahrt der Pregasinatour war dann sehr sehr cool, da links und rechts der Schotterstraße mehrere Erdhaufen aufgeschütten waren, die man mit ein bisschen Mut und Fahrradbeherrschung wie einen kleinen schnellen Minitrail mit einigen kleinen Sprüngen fahren konnte. Dies machte allen mordsmäßig Spaß, aber leider sind wir nicht mehr dazu gekommen, diese Abfahrt noch mal zu fahren.

Als wir an einem Aussichtspunkt auf etwa halber Strecke hielten, um noch einmal ein paar Fotos zu machen, trauten wir unseren Augen und Ohren kaum: Direkt vor dem Matthias, der auf einer Mauer hockte, duschte und trank ein PINGUIN!!! Der wurde dann zuerst zu einem Salamander und schließlich war es dann doch nur eine Eidechse, der es zu warm war!

Am Ende der Tour wurde dann die Elke so vom Eisgedanken getrieben, dass sie sogar freiwillig nocheinmal 100hm auf sich nahm, nur um an eine besondere Eisdiele zu gelangen. Dieses nahmen wir dann erschöpft aber stolz auf unsere Leistung in der Nähe des Cascata Varone (einem Wasserfall etwas außerhalb von Riva) ein.

Danach erreichten wir endlich unsere Wohnung und konnten uns am und im immer noch kalten Whirlpool entspannen. Abends fuhren wir dann nach Torbole zum Italiener (*gg*) um dort sehr lecker Pizza zu essen! Mit einem Spaziergang am See in Torbole und einem Glas Limoncello on the Rocks in der Wohnung beendeten wir einen anstrengenden, aber sehr schönen Urlaubstag.

P.S.: Man muss an diesem Tag noch nachtragen, dass wir spätabends die Balkontüre zur Lüftung öffneten. Draußen hörten wir dann eine kleine Katze so jämmerlich jaulen, dass der Matthias beschloss, sich im Garten auf die Suche zu machen, die er aber kurze Zeit später ohne Erfolg wieder abbrechen musste!

Mittwoch 04.Juli 2007 – Nass geworden…

Der 5. Tag unseres Urlaubs fing wettermäßig echt ganz gut an, und so fuhren wir auf den Markt nach Arco. Dort packte meine Schwester die Kauflust und wir mussten den Markt 2x ablaufen, damit sie die passende Jeans gefunden hatte.

Danach beschlossen wir noch eine wenig die Läden von Arco zu durchstöbern. Dann fanden wir mitten im Ort einen Wegweiser, der zur Burg von Arco führte und mit 20 Minuten Wegzeit angegeben war. Und damit fing unser Unglück an! ;o)

Zuerst gings auf Treppen ein Stück bergauf, bei denen jedem die Oberschenkel vom Fahrradfahren ziemlich brannten. Dann kam ein Kiesweg, auf dem der Elke und dem Matthias die Steine vorne in die Sandalen rein rieselten und hinten wieder rauskamen. Anschließend kam ein „gepflasterter“ Weg, bei dem sie anscheinend nur eine begrenzte Anzahl Steine beim Verlegen zur Verfügung hatten und diese dann bis oben reichen mussten. Dann endlich, nach vielen Kehren und einigen schönen Ausblicken Richtung See und schönen Pflanzen, kamen wir am Kassenhäuschen an.

Die Besichtigung der Festung war sehr schön, auch wenn leider ziemlich viel schon verfallen ist. Dass mit der Besichtigung ein weiterer Aufstieg auf den Berg verbunden war, hatte wohl keiner gedacht. Oben am höchsten Turm angekommen (nach so ca. 120hm zu Fuß) fings dann passenderweise auch noch zu regnen an, und wir mussten zum nächsten Unterschlupf noch ein gutes Stück wieder den Berg runter.

Dort befand sich eine total modern eingerichtetes Café in alten Gemäuern, in dem wir schon ein wenig feucht ankamen. Doch es sollte noch schlimmer kommen! Nach einem Cappuccino und einer Lemonsoda und inzwischen ner guten Stunde hatte es immer noch nicht komplett zu regnen aufgehört und wir entschieden, trotzdem, weiterzugehen, da wir in dem Café ja schließlich nicht übernachten wollten! (eine gute Entscheidung, wie sich später rausstellte denn es sollte von 12 bis 5 weiterregnen!!!)

In einem günstigen Moment, als es nur leicht nieselte, brachen wir auf in Richtung Auto, das am anderen Ende des Ortes lag. Doch der Schein währte nicht lange. Kurz darauf gings richtig los, mit Gewitter und strömendem Regen. Damit wurde dieser gepflasterte Weg richtig rutschig und der Weg Richtung Arco wurde zu einer Koordinationsübung.

Unten im Dorf angekommen, trafen wir uns alle unter einem Unterstand und berieten, wie wir am besten zum Auto kommen. Matthias und Markus übernahmen dann die Autoschlüssel und joggten voraus. Nass bis auf die Haut kam dann Markus als erster am Auto an und fuhr sofort los um den Rest aufzusammeln. Auf der Heimfahrt wussten wir dann teilweise nicht, ob wir im Auto oder im Schiff saßen, da durch das viele Wasser zeitweise eine beachtliche Bugwelle links und rechts hochspritzte.

Nachdem wir dann daheim angekommen uns alle abgetrocknet, bzw. unter ner heißen Dusche aufgewärmt hatten, machten wir uns einen Snack, um die Reste zu vernichten. Daraus wurden dann Weißbrotscheiben mit Käse, Salami, Schinken und dazu Parmesanecken. Anschließend ruhten wir uns alle ein wenig aus.

So gegen kurz nach vier machten wir uns bei immer noch leichtem Regen auf zu Omkafe. Dort durften wir einen super Espresso probieren und kauften davon dann reichlich ein. Während wir in dem Laden waren, riss plötzlich die Wolkendecke auf und von da an (so kurz vor fünf) war schönstes Wetter und den Rest des Urlaubs ward keine Wolke mehr gesehen. So beschlossen wir dann noch in die Altstadt nach Riva zum bummeln zu gehen.

Dort wurden dann Postkarten und für die Sammlung vom Matthias ein Schmuckmesser gekauft. Danach gings zum Poli zum Einkaufen fürs Abendessen. Es gab lecker Spaghetti (natürlich wieder 1kg) mit frischer Pesto und zwei verschiedenen Barillia-Soßen. Als Vorspeise gabs frische Melone mit Parmaschinken! Dann begannen wir mit unserer Sportrunde: 4 Runden Kicker (2:2) und anschließend Tischtennis, was aufgrund der fortgeschrittenen Dämmerung sehr lustig war, da man den Balll gar nicht mehr richtig sah.

Als es zu häufig mit den Luftlöcher wurde und wir Angst hatten, dass es deswegen wieder zu regnen anfängt, gaben wir schließlich auf und beendeten den Abend bei ein paar Runden Skip-Bo inkl. Limoncello, Melone, Schokolade und Lambrusco.

Donnerstag 05. Juli 2007 – Vorsicht, Schlange!

Der Donnerstag begann mit einem zwar etwas kühleren, aber abartig schönem Wetter mit absolut klarer und bester Sicht. Aus diesem Grund verwirklichten wir den Wunsch von Matthias zur Kapelle Santa Barbara hochzuwandern.

Gesagt, getan: Wir parkten das Auto in Riva und begannen nach kurzem mit dem Aufstieg. Unser Weg sollte uns an der Bastion von Riva vorbei und dann weiter bergauf führen. Bis zu dieser war der Weg gut begehbar und ging in Serpentinen bergauf. Kurz vor der Bastion erschrak dann plötzlich der Manni, der vor den anderen lief, und machte einen Schritt zur Seite.

Vor ihm kreuzte eine gut einen Meter lange, grünbräunliche Schlange den Weg! Doch die hatte mehr Angst vor uns als wir vor ihr und so verzog sie sich schnell in ein Gebüsch am Hang. Anschließend machten wir uns an den weiteren Aufstieg von der Bastion in Richtung Kapelle. Dieser Weg wurde zwar deutlich anstrengender, aber auch sehr viel interessanter. Über Wurzeln, kleine und große Stufen, Felsbrocken und sogar über eine kleine Holzbrücke führte unser Weg mal sehr steil, aber immer wieder auch mal ein gerades Stück durch die Waldlandschaft stetig bergauf.

Wir kamen an vielen sehr schönen Aussichtspunkten vorbei, wo wir immer wieder mal Pause machten um uns zu erholen und/oder die Aussicht zu genießen. Dann, um Punkt 12 Uhr mittags erreichten wir die kleine Kapelle auf gut 600 Höhenmeter über Null. Die Aussicht über das komplette Sarcatal über Riva, Torbole, Arco, den Brione usw. war traumhaft und wir verbrachten dort eine gute halbe Stunde um uns für den Abstieg zu erholen.

Unser Mittagessen bestand aus einem Apfel für jeden. Dann gings ans Absteigen. Aber obwohl es genau dieselbe Strecke war wie beim Aufstieg, machte es keinem so recht Spaß, da es viel zu anstrengend war und zu lange dauerte. Wir sind halt doch von den schnellen Fahrradabfahrten verwöhnt gewesen.

Wieder in der Ferienwohnung angekommen, wurde entschieden, was als nächstes zu tun wäre. Matthias wollte sich ein wenig ausruhen und ein bisschen lesen, Elke und Manni fuhren zum Einkaufen zum Poli und Markus wollte den Brione noch einmal besiegen, ohne sich zu verfahren. Als wir dann zeitgleich wieder daheim ankamen, beschlossen wir, dass wir uns am Pool bzw. im Whirlpool erst mal entspannen.

Anschließend haben Matthias und Markus eine kleine Tischtennis-Trainingsstunde eingelegt, die aber nichts einbrachte, da es am Abend wieder einmal zu dunkel war, um den Ball zu sehen. Dann wurde alles zum Grillen bereit gemacht. Elke und Matthias machten die Salate und das Fleisch und Manni und Markus machten sich ans Feuer machen.

Das Essen war dann ein reiner Traum. Als Vorspeise gabs Melone mit Parmaschinken, dann kamen Steaks und dazu einen Radiccio-Ruccola-Salat mit Parmesan, einen Kraut-Möhren- und einen Paprika-Gurken-Feta-Salat. Ebenfalls gabs Pesto (was gegrillt auf Weißbrot besonders lecker war), Tzatziki, Grillsoße und Weißbrot. Als nächstes kamen dann Grillspieße mit Fleisch, Würstle und Hackfleisch. Den Abschluss bildeten dann gegrillte Zucchini mit Knoblauch und Involtine (das sind Hackfleischwürstchen mit Speck umwickelt). Begleitet natürlich von einem leckeren Gläschen Wein.

Fast hätte es noch ein wenig Bauchspeck vom Manni gegeben, aber er hat sich dann doch immer wieder rechtzeitig vom Grill entfernt. Anschließend setzten wir uns dann noch gemütlich bei einem Gläschen Lambrusco unter die Bäume, versuchten uns im Nachttischtennis und beendeten den Tag dann mit Abspülen und einem Limoncello auf Eis.

Freitag 06. Juli 2007 – Letzte Tour – Letzter Tag!

Tja, da war er nun, der letzte Tag. Schade, denn es war ein echt absolut cooler Urlaub! Soviel dazu, jetzt zu unserem finalen Spurt (Zahnfleischkriechen triffts besser, aber hört sich net so gut an) den letzten Berg hinauf.

Wo´s genau hingehen sollte, stand beim Frühstück noch nicht ganz fest. Die einen wollten aus Rücksicht auf den Hintern von Elke und wegen der Schönheit der Tour noch einmal nach Pregasina hoch, die anderen plädierten für den Monte Altissimo. Letztendlich packte die Elke der Ehrgeiz (es sollte sich im Laufe des Tages noch ändern), und sie wollte unbedingt den Altissimo bis zu den Funkantennen hoch! Nachdem die anderen damit einverstanden waren, gings dann los.

Der Einstieg befand sich mitten in Torbole, was einen Anfahrtsweg von ca. 5 km voraussetzte. Dort fanden wir nach anfänglich kleinen Schwierigkeiten dann recht schnell den Weg und es konnte losgehen mit der Plackerei. Uns standen bis zu den Antennen rund 800 Höhenmeter (für die Erbsenzähler: 790hm) mit einer durchschnittlichen Steigung von 8 % (manchmal gings auch schon mal 19 % hoch) bevor. Bis auf die Tatsache, dass es erstens sau-steil, zweitens sau-anstrengend war und uns drittens die ganze Woche plus das Wandern am Vortag in den Knochen und Muskeln steckte, wars ne schöne Tour! ;o)

Es gab zwischendurch immer wieder atemberaubende Aussichtspunkte von der Ostseite des Sees (bis auf die Aussicht vom Süden hatten wir somit alle Himmelsrichtungen) und die Straße war echt super zu fahren. Bei den Antennen angekommen bestand noch die Möglichkeit, zu einer Quelle weiterzufahren, was zusätzliche 200 hm bedeutete. An diesem Rastpunkt packte dann Matthias und Markus der Ehrgeiz mit dem Ziel, unbedingt in einer Tour 1000 Höhenmeter auf dem Tacho stehen zu haben und so machten sie sich auf den Weg zu der Quelle.

Elke und Manni hatten dazu keine Lust mehr und sonnten sich noch kurz auf einer Bank bei den Antennen, bevor sie mit dem Ziel Eisdiele wieder bergab fuhren. Die Anderen mussten sich dann noch ein ganz schönes Stück quälen, bis sie endlich kurz nach der Quelle genau 1001 gefahrene Höhenmeter auf dem Tacho stehen hatten. Damit waren sie dann sehr glücklich und Markus und Matthias machten sich auf den Weg zurück zu der Quelle um dort eine Pause zu machen.

Apropo Quelle: Riesen Schilder preisen diese richtig groß an und dann ist da n Betonklotz mit nem Wasserhahn aus dem Wasser kommt!!! Wir aßen dann unseren Apfel und kühlten uns mit dem eiskalten Quellwasser, bevor es auch wieder bergab ging. Bei dieser hielten wir nur ab zu kurz an um die Hände auszuschütteln oder um noch letzte Erinnerungsfotos zu schießen.

In der Ferienwohnung mussten wir dann feststellen, dass der Manni und die Elke mit dem Schlüssel im Rucksack noch nicht zurück waren. So 10-15 min später kamen sie dann schließlich auch, da sie in der Eisdielen jeder ein großes Eis verdrückt hatten und sie mit einem kleinen Umweg zurückgefahren sind (weil sie dachten die anderen sind eh noch auf dem Weg bergauf).

Dann war erst mal ausruhen und Pool angesagt, da jeder total platt war. Am Abend gings dann ein letztes Mal zum Essen ins Restaurant „Alla Grotta“, das einer Schweizerin gehört, Wir hatten dort zum Glück einen Tisch reserviert, denn ohne bekommt man dort fast keinen Platz. Das Essen dort war absolut vorzüglich, aber bei jedem waren wohl die Augen ein wenig größer als der Magen. Mit Vor- und Hauptspeise waren wir alle dann papp-satt. Mit einem letzten Glas Lambrusco auf unserem Balkon klang dann dieser sehr schöne letzte Tag einer viel zu kurzen Woche aus.

Samstag 07. Juli 2007 – Abreisetag

Nun ist er gekommen, der Tag der Heimreise. Als wir nach dem letzten Italienischen Frühstück all unsere Sachen gepackt hatten, gings ans Einladen in die Autos. Dies lief ziemlich reibungslos ab, aber wir waren alle ziemlich durchgeschwitzt, da das Wetter mal wieder traumhaft waren.

Anschließend machten wir unsere Abrechnung mit Nadja, der Anlagenchefin und kündigten gleich unser kommen für´s nächste Jahr an. Danach spielten wir noch zwei letzte Runden Kicker, die Markus und Manni klar mit 2:0 für sich entschieden.

Dann verabschiedeten wir uns von der Anlage und fuhren noch einmal zum Poli, um für die Daheimgebliebenen ein paar Leckerein einzukaufen, hauptsächlich Nudeln und Oransoda, und natürlich nochmal Proscuitto di Parma und Co.

Die Fahrt selbst verlief problemlos und die Heimat hatte uns nach knapp sechseinhalb Stunden wieder!

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