Rom – ewige Stadt

Zum 80. Geburtstag meiner Oma hatten wir uns etwas ganz besonderes überlegt. Wir schenkten Ihr aus der engsten Familie eine 5-tägige Busreise nach Rom.

Start war am 8.4.2013 um 4:20 Uhr morgens *arg*. Uns erwartete eine Busfahrt bis in die Abendstunden. Angekommen um 18:30 Uhr in Rom am Hotel erwartete uns fast gleich ein leckeres 3-Gänge-Menü. Zu mehr als ein bisschen die Beine vertreten reichte es an diesem Abend aber nicht mehr.

Stadtspaziergang durch Rom

Unser erster Tag in Rom begann zu Fuß und führte uns über eines der vielen Stadttore ins “Innere” von Rom. Unser erstes Ziel war die Lateranbasilika, die Bischofskirche von Rom. Von dort ging es weiter in die Santa Maria Maggiore in der einer der bedeutendsten Bildhauer und Architekt des Barocks in Rom´s, Giovanni Lorenzo Bernini, begraben liegt.  Vor der Tür erwartete uns eine kleine Überraschung, eine von 2 Busfahrten mit den öffentlichen Bussen in Rom (wohl gemerkt mit einer 44 Personen Gruppe)

Nach erfolgreicher Busfahrt ging unser Spaziergang weiter zur Kirche St. Peter in den Ketten (San Pietro in Vincoli). Die Kirche beinhaltet unter anderem das Grab von Papst Julius II. mit dem gehörnten Moses von Michelangelo.

Danach machten wir einen größeren Zeitsprung und befanden uns nach kurzem Fußmarsch bei den Gladiatoren am Kolosseum das beeindruckend unsere Reise in die Antike startete.
Denn von dort aus schlenderten wir auf den Spuren der Kaiser am Forum Romanum vorbei.  Von weitem grüßten uns schon die beiden Quadriga´s des Nationaldenkmals (des Vittoriano). Ein sehr imposantes Denkmal, der weiße Marmor blendete uns fast in der Sonne.

Die 2. öffentliche Busfahrt brachte uns zum Piazza del Popolo. Dort steht einer der beiden Obelisken die früher den Circus Maximus zierten (den anderen hatten wir bereits vor der Lateranbasilika bestaunt). Am Piazza del Popolo verbrachten wir in einem Selbstbedienungsrestaurant eine schöne Mittagspause.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg über die Via Margutta, eine romantische Künstlerstraße, zum Spanischen Platz wo uns natürlich auch die Spanische Treppe erwartete. Leider sehr überfüllt mit Touristen.

Und so brachte uns der Spaziergang zum wohl berühmtesten Brunnen in Rom, dem Fontana di Trevi (im Gegensatz zu Las Vegas im vergangenen Jahr dieses Mal in Original) Der obligatorische Münzwurf für einen weiteren Rombesuch musste natürlich sein. In ein paar Minuten freier Zeit gönnten wir uns das erste Eis in Rom.

Am Parlamentsgebäude und der Trajanssäule vorbei ging es dann zum Pantheon, dem wohl ältesten komplett erhaltenen Gebäude das wir sehen durften. Die Kuppel des Pantheon beeindruckte uns durch die gigantischen Ausmaße von 43,30m (Durchmesser und Höhe) und auch die Kuppelöffnung mit 9 m Durchmesser.

Direkt um die Ecke vom Pantheon findet sich auf dem Piazza della Minerva der Berninis Elefant der einen Obelisken trägt. Und sogar einen Blick in die Papstschneiderei Gammerelli konnten wir erhaschen.

Unser letzter großer Anlaufpunkt für den heutigen Tag war die Piazza Navona wo an diesem Tag ein kleiner Künstlermarkt stattfand. Die Mitte des Platzes wird durch den beeindruckenden Vierströmebrunnen beherrscht. Unsere freie Zeit reichte dann noch für einen gemütlichen Kaffee in der Sonne am Blumenmarkt, bevor uns der Bus abholte und zum Hotel zurück brachte, wo wir den Abend bei einem gemütlichen Essen ausklingen lassen konnten.

Papstaudienz und antike Hafenstadt

Am 2. Tag hieß es pünktlich Frühstücken und ab in den Bus, auf dem Programm stand am Vormittag die große Papstaudienz auf dem Petersplatz (Die zweite überhaupt in Papst Franziskus Amtszeit). Nachdem wir pünktlich ankamen und die Sicherheitsprüfung hinter uns gebracht hatten, konnten wir recht weit vorne auf den Stühlen Platznehmen (bestuhlt war für ca. 40.000 Menschen) Als eine Stunde später Papa Francesco (wie Ihn die Italiener liebevoll  nennen) mit seinem Papamobil losfuhr, gab es für die Menschenmassen kein halten mehr. Jeder stand auf seinem Stuhl um einen Blick auf den Papst zu erhaschen. So halfen wir sogar meiner Oma mit Ihren stolzen 80ig Jahren auf den Stuhl.

Nach einer Runde durch alle Reihen nahm er unter dem Pavillon vor dem Petersdom Platz. Nach einer ca. einstündigen Ansprache (viele Kardinäle/Bischöfe übersetzten in unzählige Sprachen) sprach Papa Francesco zu den Anwesenden über 50.000 Menschen den Segen.

Ein unglaubliches Erlebnis. So viele Menschen auf einem Platz, friedlich versammelt aus allen Nationen der Welt. Beeindruckend!

Für unsere Reisegruppe ging es danach in Richtung Bus. Wir fuhren nach Ostia antica, der ehemaligen Hafenstadt Roms. Unsere Reiseleiterin Lydia begab sich mit uns auf die Spuren der antiken Römer. So besuchten wir den Friedhof und erfuhren wie damals die Toten bestattet wurden. Gingen eine Runde in die Therme uns “frischmachen” um fein für´s Theater zu sein. (Beeindruckend wenn man erfährt, dass nur etwa die Hälfte davon stehen blieb und das schon groß ist.) Danach waren wir zu Gast in einem Haus einer reichen Dame von damals. Dort konnten wir einen wunderschön erhaltenen Mosaikfußboden bestaunen.

Besonders schön erhalten ist eine öffentliche Latrine sowie ein Lokal in dem sogar noch die Theke aus Stein steht. Auch das Kapitol beeindruckt mit seiner Größe, teilweise stehen noch zweistöckige Wohnhäuser.

Unser Ausflug in die Antike und vor allem die Natur war eine gelungene Abwechslung zum Vormittag in der großen Menschenmasse. Nachdem wir zurück in Rom waren gönnten wir uns noch einen kleinen Spaziergang zur nächsten Eisdiele.

Besuch in den Katakomben & im Vatikan

Gestärkt nach dem Frühstück ging es an unserem letzten Rom-Tag in die Domitilla Katakomben. Dort waren wir die ersten Besucher und konnten so in der Katakombenkirche den Einführungen und Erklärungen des örtlichen Führers ungestört folgen. So erfuhren wir, dass es rund um Rom ca. 250km an unterirdischen Katakombengängen gibt. Auf einigen wenigen Metern konnten wir uns anschließend selbst ein Bild davon machen.

Unser nächstes Ziel war die Kirche Sankt Paul vor den Mauern die über dem vermeintlichen Grab des Apostels Paulus errichtet wurde. Über den Säulen der Kirchenschiffe zieht sich ein langes Band aus Medaillons die jeden einzelnen Papst im Portrait aus Mosaik darstellt sowie dessen Amtszeit wiedergibt. Der jeweils aktuelle Papst wird angeleuchtet. Da wir ja so kurz nach der Wahl von Papst Franziskus da waren, war das neue Medaillon noch nicht fertig gestellt.

Von der Kirche aus gingen wir in den angrenzenden, wunderschön mosaik-verzierten, Kreuzgang der angrenzenden Benediktinerabtei. Dort konnten wir auch einen Blick in die aktuelle Ausstellung  der Pinakothek werfen.

Im Anschluss brachte unser Bus uns in den Vatikan. Nach einer Stärkung in den Restaurants der Vatikanischen Museen, trafen wir uns wieder im Quadratischen Garten. Dort bekamen wir von unserer Reiseleiterin eine sehr ausführliche Erklärung zu den Malereien in der Sixtina.

Danach durften wir einen kleinen Teil der unglaublichen Kunstsammlung der Museen bestaunen. Darunter die Laokoon-Gruppe, den Sala Rotonda mit einer Sammlung unglaublich großer Statuen oder die Galerie der Landkarten. Den absoluten Höhepunkt aber setzte die Sixtinische Kapelle. Leider nur 15 Minuten Zeit und viel zu viele Menschen dort, ABER einfach unbeschreiblich. Allein das Gemälde des Jüngsten Gerichts von Michelangelo könnte man ewig ansehen und immer wieder neues entdecken. Oder das wohl bekannteste Bild der Kapelle die Erschaffung des Adams. Was wohl für uns außerdem zu einer Besonderheit wurde ist die Tatsache, dass 5 Wochen vor wir hier waren das Konklave stattfand.

Als ob diese Eindrücke nicht mehr zu toppen wären, ging es von dort direkt in den Petersdom. Der Innenraum beeindruckte uns in vielerlei Hinsicht. Das erste Kunstwerk das wir uns ansahen war Michelangelos Pietà. Wir erfuhren, dass keines der Kunstwerke an den Wänden gemalt ist, sondern dass es sich ausschließlich um Mosaike handelt (ca. 10.000 m²). Unglaublich, selbst mit diesem Wissen ist es schwer zu glauben wenn man davor steht.

Die Statue des Hl. Petrus ist wohl eines der bekanntesten Kunstwerke im Petersdom. Sehr beeindruckt hat uns auch die Kuppel. Die Tatsache, dass die Buchstaben im oberen Kranz eine Höhe von 3 m haben wollten wir zuerst nicht glauben, sollten aber eines besseren belehrt werden, als wir später noch auf die Kuppel stiegen. Die Kuppel ist zwar im Durchmesser nicht ganz so breit wie die des Pantheon, dafür etwas höher.

Nach der Führung durch den Petersdom endete das offizielle Programm unsere 3-tägige Romreise. Ein herzliches Dankeschön an unsere liebe Lydia, die uns mit so viel Elan, Wissen und Charme durch diese 3 Tage begleitet hat.

Mit der letzten Stunde freie Zeit, bevor es zum Hotel zurück ging, wollten wir noch etwas besonderes unternehmen. Und so ging es mit dem Aufzug und über 320 Treppenstufen auf die Kuppel des Petersdoms. Dort konnten wir uns tatsächlich von den 3m hohen Buchstaben überzeugen. Zur Krönung einer tollen Romreise konnten wir den unglaublich schönen Blick über Rom bei schönstem Wetter genießen. Von oben hatten wir sogar einen Blick in die vatikanischen Gärten, die für Touristen derzeit gesperrt sind. Der Petersplatz ist von oben ebenfalls total beeindruckend. Mit diesen Eindrücken verabschiedeten wir uns schon mal von Rom.

Ein schönes Abendessen und ein kleiner Einkauf im Supermarkt um die Ecke (lecker Parmaschinken) beendeten den 3. Romtag.

Heimreise

So stand uns am Freitag nach dem Frühstück nur noch die Heimreise auf dem Programm. Um 22:00 Uhr waren wir dann glücklich wieder zu Hause und um viele viele Eindrücke und Erlebnisse reicher.

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